Bevölkerung

Erster bekannter Bewohner Momarts ist Hermann Friedrich. In einer Urkunde aus dem Jahre 1388 wird er im Zusammenhang mit dem Verkauf von Gütern und Gefällen in Momart, durch die Herren Hans und Peter Ganz zu Otzberg genannt. Eine Liste mit den Momarter Besitzernamen lässt sich aufgrund der Angaben im Güter- und Zinsbuch des Schenken Philipp III. von Erbach vom Jahre 1454/58 erstellen.

Der 30-jährige Krieg stürzte Momart in Not, Elend und Tod. Es waren weniger die Kriegshandlungen, vielmehr war es die Pest, die die Menschen in Massen hinwegraffte.   In Momart überlebten lediglich die Familien des Peter Härtel und Hans Laupff. Die Wiederbesiedlung Momarts und der umliegenden Orte (1666 – 1800) ging nur zögerlich von statten. 1666 waren in Momart laut eines Kirchenverhörs erst drei Höfe mit insgesamt 16 Bewohnern besetzt. Ein vollständiges Verzeichnis mit den Namen der Momarter Grundbesitzer und deren Grundflächen liegt erst in einem Fund- und Lagebuch aus dem Jahre 1753 vor.

Alte Momarter Häuser

Die alten Momarter Häuser waren Bauernhäuser mit Stall- und Scheunenraum. Auch weniger bemittelte Familien erlaubten sie so eine Ziegen-, Schweine- und Hühnerhaltung. Die Bauernhäuser waren für eine Großfamilie oder einen Familienverband erbaut. Sie hatten mindestens 4 bis 5, oft noch mehr Räume, die für den Besitzer und dessen Familie, die Eltern und noch unverheirateten Geschwister ausreichten.
Da die Hausbewohner die Mahlzeiten an einem gemeinsamen Tisch einnahmen, war nur eine Küche, ein Keller und ein Abstellraum – von allen gemeinsam benutzt – erforderlich. Zur Vermietung eignen sich diese Häuser nicht, da die Voraussetzungen für die Einrichtung einer zweiten Wohnung fehlten. Trotzdem wurden einige wenige alte Häuser, als die Zahl der Familien und Dorfbewohner anstieg, geteilt. Meistens handelt es sich um zweistöckige Häuser, in denen sich die eine Wohngemeinschaft im unteren und die andere im oberen Stockwerk niederließen.
Das Baumaterial der alten Häuser setzte sich zusammen aus Sandsteinen, Holz, Stroh und Lehm. Die Grundmauern waren aus Buntsandstein. Darauf errichtete man das Fachwerk und Dachgebälk aus Holz. Die Gefache wurden mit Buchenstecken ausgeflochten und mit einem Brei aus Lehm und Stroh abgedichtet. Zur besseren Wärmehaltung wurden die Häuser geschindelt. Die Dächer deckte man noch Anfang des 19. Jahrhunderts mit Stroh. Backsteine in großen Abmessungen hießen „Russen“.

Als Quellen zur Erfassung der alten Häuser dienten ein Brandkataster über die Gebäude in der Gemarkung Momart von 1865 und ein Feuerversicherungsbuch von 1938.